Bauen mit der Sonne

Energiebewusstes Bauen und Modernisieren machen sich schnell bezahlt. Schon bei der Gestaltung des Hauses können Sie die Weichen stellen, um den Heizenergieverbrauch deutlich zu senken.

Gute Ideen werden nie alt: Vor 2.400 Jahren erfand der griechische Denker Sokrates das erste Solarhaus, das Wärme schon allein durch seine Bauform sammelt. In den Passivhäusern unserer Tage findet dieser Gedanke seine Fortsetzung. Durch kluge Planung lässt sich beim Hausbau oder der Modernisierung Heizenergie auf verschiedene Arten sparen.

Geschlossene Bauform wählen

Je kleiner die Oberfläche des Hauses, desto weniger Wärme gibt es ab. Die Hausform mit der kleinsten Oberfläche, dem größten Volumen und dem geringsten Wärmeverlust wäre die Halbkugel: schwierig zu bauen, schlecht zu nutzen. Zweitbeste Form ist der Würfel mit um ein Viertel größerem Energieverlust. Eine kompakte Hausform ohne Erker und Winkel spart 10 bis 20 Prozent Baukosten gegenüber zerklüfteten Formen, zudem entstehen weniger Wärmebrücken. Die Energie-Einspar-Verordnung belohnt ein günstiges Verhältnis von Volumen zu Oberfläche.

Intelligenter Grundriss hilft sparen

Auf den richtigen Dreh kommt es an: das Haus zur Sonne ausrichten und öffnen, die kalte Nordseite schützen. Im Süden liegen die Wohnräume, im Norden bilden Nebenräume, Eingang und Treppen mit nur wenigen Fenstern einen Klimapuffer. Wenn Bad, WC und Küche auf einer Etage zusammentreffen sowie in den Geschossen übereinander liegen, verhindern kurze Leitungswege für Warmwasser Wärmeverluste.

Dach schützt – nicht nur gegen Regen

Ein nach Süden ansteigendes Pultdach holt viel Sonnenenergie ins Haus. Der breite Dachüberstand schützt vor heißer Sommersonne und lenkt im Winter die Strahlen tief ins Haus. Das Dach wirkt wie ein Spoiler gegen kalte Winde. Eine Begrünung mit Sukkulenten und Kräutern in einer Substratschicht dämmt im Winter, speichert Wärme, dämpft Außenlärm und bremst auskühlende Winde. Im Sommer wirkt das Grün kühlend.

Fenster als Sonnenfallen

Bodentiefe Fenster öffnen die Südfront für Licht und Wärme. Die Fenster wirken als Sonnenfallen: Kurzwelliges Sonnenlicht strahlt durchs Glas ins Haus, trifft auf Wände und Böden und verwandelt sich in Wärme. Je kompakter die im Inneren liegenden Bauteile sind, desto besser speichern sie Wärme und dämpfen Temperaturschwankungen. Die gespeicherte Wärme wird als langwellige Strahlung in den Raum zurückgeworfen und kann durch Wärmedämmglas nicht mehr entweichen. Der sogenannte Treibhauseffekt entsteht, die gespeicherte Energie entlastet die Heizung noch Stunden nach Sonnenuntergang.

Licht und Sonne lenken

Jalousien und Lamellen steuern den Lichteinfall, lenken die Sonnenstrahlen tief in den Raum und spenden Schatten, wenn es zu heiß wird. Etwa 30 Prozent Wärmeverlust lassen sich verhindern, wenn nachts zusätzlich Vorhänge sowie Rollläden oder Klappläden dafür sorgen, dass keine Wärme durch die Fenster entweicht.

Dämmung hält das Haus warm

Ähnlich sammelt transparente Wärmedämmung Sonnenenergie: Kunststoff- oder Glasröhrchen an der Fassade leiten Licht zur Hauswand und halten die Wärme zurück. Dicke Dämmung (je mehr, desto besser) hält Sonnen- und Heizwärme im Haus.

Kluge Heizung spart mit

Wenn man Sonne und Energie ins Haus lockt, sollte die Heizung auf Wärmegewinne rasch reagieren und dem Brenner energiesparende Pausen geben. Dafür nötig: Sensoren mit rascher Temperaturerfassung sowie die Wärmeabgabe dosierende Regeleinrichtungen und eine Steuerzentrale, die beides koppelt. Ein Erdgas-Brennwertkessel in Kombination mit Solarthermie auf dem Dach spart Energie und schont die Umwelt.

Windschutz im Garten

Auch die Natur hilft Wärmeverluste zu vermeiden. Ein Gebüsch vor dem Haussockel mildert aufprallenden Wind. Zum Haus hin ansteigende Pflanzen und niedrige Hecken lenken den Wind übers Dach. Wandhohe Hecken halbieren die Windgeschwindigkeit. Auch Bäume schützen Gebäude vor starkem Wind. Falsch platziert schaden sie: Dann bläst der Wind unter oder zwischen ihnen durch und wird – wie durch Düsen gepresst – verstärkt. Wem Platz für Bäume und Hecken fehlt, dem helfen Kletterpflanzen wie Efeu, Klematis oder wilder Wein. Das Luftpolster eines 20 Zentimeter dicken Pflanzenpelzes senkt den Wärmeverlust einer schlecht gedämmten Wand um sieben Prozent.

 

 

 

Internet-Tipps

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